Thick Solidarity (be)leben
Intersektionale Perspektiven zu Menschenrechten und Antidiskriminierung an Hochschulen
Abstract
Der Beitrag untersucht den Zusammenhang zwischen „persönlichen“ und „politischen“ Aspekten der Antidiskriminierungsarbeit im Rahmen der institutionellen Bildung, insbesondere der Hochschulbildung. Er argumentiert, dass wirksame Prozesse zur Stärkung der Antidiskriminierung an deutschen Hochschulen sowohl robuste institutionelle Strukturen als auch emotionale Veränderung schaffen müssen. Hierfür ist das Konzept thick solidarity hilfreich. Die Grundlagen der thick solidarity werden eingeführt und es wird gezeigt, warum die Antidiskriminierungsarbeit Institutionen braucht, die sich von dem Anspruch einer allwissenden Neutralität verabschieden und die Expertise von diskriminierten Menschen als gleichwertig anerkennen. Der Zusammenhang zwischen aktueller Antidiskriminierungsarbeit an deutschen Hochschulen und Diskursen um Menschenrechte wird diskutiert. Dabei werden die Besonderheiten intersektionaler Bündnisse über verschiedene Statusgruppen im Hochschulkontext hinweg beleuchtet. Schließlich werden Beispiele aus Hochschulentwicklungsprozessen und Lehre vorgestellt, wie thick solidarity in die institutionelle Antidiskriminierungsarbeit an Hochschulen einfließen kann.