Frauenrechte, Frauenbewegungen und Feminismen in Deutschland und Europa
Abstract
Die ungleiche gesellschaftliche Position von Männern und Frauen hat eine lange Historie. Der ersten und zweiten Welle der Frauenbewegung ist es zu verdanken, dass es in Deutschland inzwischen eine rechtliche Gleichstellung der Frauen gibt. Dass dies im 21. Jahrhundert noch immer keine Selbstverständlichkeit ist, zeigen die aktuellen Rückschritte der Frauenrechte in Afghanistan, aber z. B. auch in einigen osteuropäischen Ländern. Der Beitrag thematisiert ausgewählte Dimensionen genderbezogener sozialer Ungleichheit in Europa und Deutschland anhand eigener Analysen der 10. Welle des European Social Surveys sowie mittels mehrerer international vergleichender Indizes. Der differenziertere Blick zeigt, dass sich in Deutschland die Lebensrealität von migrantischen Frauen, von Frauen mit Behinderung, von trans* Frauen sowie von alleinerziehenden Müttern deutlich von der sozialen Lage und den Teilhabechancen unterscheidet, die weißen Cis-Frauen ohne Beeinträchtigung und mit höherer Schichtzugehörigkeit offenstehen. Dies verdeutlicht die Relevanz intersektionaler und queerer Perspektiven, wenn es um die Analyse von aktuellen Benachteiligungen und Privilegien und um feministische Positionen in der Sozialen Arbeit geht.